Sehr geehrte Züchterinnen und Züchter,
sehr geehrte Frauen in den Frauenerzeugnisgruppen,
sehr geehrte Züchterfrauen, liebe Jungzüchterinnen und Jungzüchter,
sehr geehrte fördernde Mitglieder und Freunde des ZDRK!



Das Jahr 2005 schließt sich und das Jahr 2006 öffnet sich mit erwartungsvollen 365 Tagen. Nachdem wir am 05. und 06. Februar 2005 in Erfurt im Landesverband Thüringer Rassekaninchenzüchter eine großartige 20. Bundes-Rammlerschau erleben durften, steht die große 27. Bundes-Kaninchenschau unmittelbar vor uns.

Mein Dank gilt Ihnen und euch allen, die auch im Jahr 2005 mit vollem Engagement, mit Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, mit Herzblut und Leidenschaft sowie mit Treue un­sere Rassekaninchenzucht mit Leben erfüllt haben. Sei es in den Vereinen, Verbänden und in allen sonstigen Organisationsteilen, Säulen und Gliederungen unseres ZDRK.

Der ZDRK ist die große Gemeinschaft deutscher Rassekaninchenzucht in der Bundesrepublik Deutschland. Das Jahr 2005 war für uns wieder eine Herausforderung und eine Bestätigung als Bestandteil unserer Gesellschaft zugleich. Die durchgeführten Landes-Rassekaninchenschauen waren allesamt in ihrer Aufmachung und Darstellung des Rassekaninchenzuchtwesens mit allen Facetten sehr gelungen und repräsentativ.

Mit der im Februar in Erfurt im LV Thüringen durchgeführten 20. Bundes-Rammler­schau war ein so genanntes nicht erwartetes „Highlight“ zu vermelden. Das Meldeergebnis von über 12.000 männlichen Rassekaninchen einschließlich der großen Jugendabteilung mit über 1.400 Tieren war ein nicht erwartetes dennoch hoch erfreuliches Ergebnis. Einschließlich des großartigen Besuches war es für den Veranstalter, ZDRK und den Durchführenden–LV Thüringen eine sehr gelungene Rasse-Kaninchenschau in einem sehr ansprechenden Rahmen. Dafür gilt unseren Thüringer Freunden allesamt und allen Helfern, Ausstellern und Besuchern ein Danke.

Auch unsere Frühjahrtagung in Besenfeld, die als Arbeitstagung des Präsidiums und des Erweiterten Präsidiums durchgeführt wurde, war mit ausführlichen Diskussionen, Beratungen und Fragestellungen des ZDRK und der deutschen Rassekaninchenzucht sowie des Europaverbandes ausgefüllt.

Der Stadt Eschwege im LV Kurhessen war der organisatorische Höhepunkt des Jahres 2005, die ZDRK-Bundestagung, vorbehalten. Dazu gehören die vielen Nebentagungen und die Tagung des DPV. Aber auch das Rahmenprogramm, d.h. die Geselligkeit und die Pflege der zwischenmenschlichen Beziehungen, waren eingebunden in die Tage in Eschwege. Ein herzlicher Empfang beim Bürgermeister und eine gleichermaßen herzliche Betreuung und Begleitung unserer kurhessischen Züchterfreundinnen und –freunde bedürfen des herzlichen Dankes für die Durchführung dieser Jahreshaupttagung des ZDRK.

Es soll auch zum Jahreswechsel nicht vergessen werden, dass wir nunmehr das wissenschaftliche Forschungsprojekt der „akuten Darmlähmung (sog. Enterocolitis) voll im Laufen haben. Von dem Fortgang der wissenschaftlichen Forschungsarbeit konnte ich mich persönlich bei Herrn Prof. Dr. Reinwald, Freie Universität Berlin, überzeugen. Ich durfte feststellen, dass sich Herr Prof. Dr. Reinwald sehr engagiert unserem Problem widmet. Auch seitens des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz finden wir sehr viel und offenes Gehör. Sowohl in der Sache „Tiergenetische Ressourcen“ als auch bei den Problemen der Kaninchenkrankheiten schreiten die Dinge durch Zusammenkünfte und durch Bildung von Arbeitsgruppen fort. Auch der Feldversuch, der mit der Fa. BioLog, Herr Prof. Heppe, durchgeführt wird, dient der Sicherung der Gesundheit unserer Rassekaninchen bzw. Rassekaninchenzucht.

Aber, meine sehr geehrten sowie lieben Züchterinnen und Züchter, ohne Ihre und eure Hilfe läuft nichts. Nicht das Präsidium oder Erweiterte Präsidium sind der ZDRK, sondern wir alle, die uns der Rassekaninchenzucht verschrieben haben.

Die Führung des Zuchtbuches und die darin getätigten Aufzeichnungen bilden die Grundlage für die Planung und Kontrolle in der Zucht. Wir alle sind aufgefordert züchterisch nicht nur ausschließlich die Schönheit unserer Rassevielfalt zu sehen, sondern die Grundsätze des Züchtens einzuhalten.

Die Forderung nach kräftigen, robusten Tieren ist das Ziel, um immer wieder auftretenden seuchenähnlichen Krankheiten zu trotzen. Machen wir uns nichts vor, auf jede „weggeimpfte“ Krankheit folgen ein oder zwei neue Krankheiten. Es ist mir nicht bekannt, dass in der Natur oder in der Gefangenschaft je eine Tierart an einer seuchenhaften Krankheit oder Seuche ausgestorben wäre. Wir wissen, dass in Australien Versuche, mit Seuchen der Wildkaninchenplage zu begegnen, auf breiter Ebene gescheitert sind, die Tiere waren bereits nach zwei bis drei Generationen resistent. Ein Beweis dafür, dass wir durch Zuchtauswahl und nicht durch Medikamente die Tiergesundheit erreichen, die wir uns wünschen. Flankierend und mit maßvollem Handeln hat der Einsatz von Medikamenten zu erfolgen. In erster Linie sind Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit sich selbst und gegenüber den Züchterfreunden dazu unabdingbare Voraussetzung.

Leider ist der Mitgliederschwund kaum aufzuhalten, darum sollten wir alle Kräfte und Überlegungen bündeln. Auch ist die Zielvorgabe, in jedem Ort, Orts- oder Stadtteil einen Verein ansässig zu haben, heute nicht mehr zu realisieren. Die vielen kleinen Vereine, die nur noch Vereine um des Vereinswillen sind und verbissen auf ihren materiellen und kapitalen Werten hocken und Fusionsgedanken einzelner Mitglieder im Keim ersticken, haben keine Zukunft. Wenn das Jahresprogramm eines Vereins nur aus Feiern, Spieleabenden und Grillen bzw. sonstigen Vergnügungen besteht und Ausstellungen wegen “Personalmangels“ nicht mehr durchgeführt werden, dann können wir lange auf bessere Zeiten warten. Vielleicht wird auch vieles zu lange gleichgemacht, ohne dass neue Ideen, die sicherlich vorhanden sind, umgesetzt werden. Warum betreiben nicht mehrere Vereine eine gemeinsame Schau oder schlie­ßen sich zu einer Vereinsarbeitsgemeinschaft zusammen. Wir müssen der Öffentlichkeit und der Bevölkerung immer wieder mit unseren schönen Ausstelllungen, aus den Vereinen heraus, zeigen, dass wir uns öffnen und neue Mitglieder, ob Senior (-in) oder Junior (-in) und dazwischen, gern gesehen sind. Wir können nicht erwarten, dass alles von selbst läuft. Über Ausstellungen der Kleintierzucht, die auch attraktiv und schön ausgestaltet sind, deren Besucher aus der Bevölkerung und dem öffentlichen Leben lässt sich das Interesse an der Kleintierzucht bzw. der Rassekaninchenzucht wecken.

Nun fragen sich viele, was hat das mit dem Jahreswechsel zu tun? Weihnachten ist das Fest der Freunde für den Einzelnen und für die gesamte Familie. Ruhe und Entspannungen sollten die Weihnachtstage beinhalten. Man sollte sich aber die Zeit nehmen, seine Gedanken schweifen zu lassen, über das eine oder andere nachzudenken, was in den vergangen 12 Monaten gewesen ist und was vielleicht auf einen zu kommen kann. Dabei darf der Mensch, und hier der Züchterfreund (Sammelbegriff) Visionen und Vorstellungen entwickeln. Nur wer sich positiv auf das Kommende und auf die Herausforderungen des kommenden Jahres 2006 eingerichtet hat, den kann die eine oder andere negative Begebenheit nicht so leicht erschüttern. Liebe Freunde im großen ZDRK, seien Sie sich und seid ihr euch eurer Verantwortung immer bewusst, denn


„man ist dafür verantwortlich, was man tut – und man ist auch dafür verantwortlich, was man nicht tut oder unterlässt."
 

Wenn ich Ihnen und euch diese Zeilen im Namen unseres großen ZDRK widme, dann ist unsere 27.Bundes-Kaninchenschau gerade erst vorbei. Sie haben und ihr alle habt durch die hohe Beteiligung den Bayerischen Züchterfreunden und der deutschen Rassekaninchenzucht einen hohen Vertrauensbeweis entgegengebracht. Mögen die Hoffnungen und Wünsche der Aussteller und Besucher sowie die des Verbandes Bayerischer Rassekaninchenzüchter e.V als Durchführender-LV und des ZDRK als Veranstalter sich erfüllt haben.

Danke sage ich allen, die meinem Ruf nach Nürnberg gefolgt sind, um bei diesem Großereignis der deutschen Rassekaninchzucht  dabei zu sein. Allen Mitgliedern, Freunden und Familien, Gönnern und von Zuneigung zur Kanin­chenzucht geprägten Mitmenschen, aber auch allen, die mit unserer schönen Auf­gabe manchmal noch nicht recht etwas anfangen können wünschen ich ein mit Glück, Gesundheit, Zuversicht, Zufriedenheit und Freude erfülltes neues Jahr 2006.

Das Jahr 2006 steht im ZDRK unter dem Motto:

„Rassekaninchenzucht 2006 im ZDRK ist praktizierter Tierschutz und Züchterfreundschaft, ist geprägt von Ehrlichkeit und Toleranz."

Ihr und euer
Peter Mickmann
Präsident des ZDRK

 

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