Als ich das Grußwort zum vergangenen Jahreswechsel verfasste, stand die 28. Bundes-Kaninchenschau in der Messe Bremen vor der Tür und seither ist ein Jahr wechselhafter Ereignisse und Begebenheiten in den Zuchten, Vereinen, Vereinigungen, Landesverbänden und im ZDRK vergangen. Unmittelbar nach der Veröffentlichung der Grüße für das neue Jahr zum Jahreswechsel 2008/2009 erwarten wir am 24. und 25. Januar 2009 in den Messehallen der Stadt Kassel die 22. Bundes-Rammlerschau, ausgerichtet vom Landesverband der Kaninchenzüchter Kurhessen e.V. Es ist nunmehr das dritte Mal, dass die rührigen Züchterfreunde aus Kurhessen diese große Aufgabe auf sich genommen haben. Ich bin sicher, dass sie auch wie bei den vorangegangenen Rammlerschauen mit großer Begeisterung, herzlicher Freude und großartiger Freundlichkeit den Ausstellern, Besuchern und Gästen hervorragende Gastgeber in Kassel sein werden. Die züchterfreundschaftlichen Begegnungen um unsere Passion, die Rassekaninchenzucht, ausgedrückt durch diese 22. Bundes-Rammlerschau, schaffen den menschlich so wichtigen Rahmen in unserer Zeit. Freuen wir uns auf Kassel und die fleißigen kurhessischen Freunde. Diese menschlichen Begegnungen waren es auch, die im Mittelpunkt des 7. ZDRK-Bundesjugendtreffens vom 09.-12. Mai 2008 im Jugend- und Erholungszentrum Frauensee im Landesverband Berlin-Mark Brandenburg als ein Höhepunkt des Geschehens im Jahre 2008 im ZDRK in den Vordergrund rückten. Die Organisatoren, Verantwortlichen und Helfer/innen des LV Berlin-Mark Brandenburg haben es verstanden der Jugend im ZDRK über Pfingsten eine wunderschöne Freizeit zu ermöglichen. Ein Dank dafür gebührt allen, Veranstaltern, Betreuern und Teilnehmern. Sehr erfreulich war, dass der erarbeitete Vertrag über „Durchführung der Erhebung von Populationsdaten tiergenetischer Ressourcen in Deutschland: Tierart Kaninchen“ (TGRDEU), mit der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft (BLE) im März auf der Arbeitstagung des Erweiterten Präsidiums beschlossen wurde und am 06.04.2008 mit der Unterzeichnung durch den ZDRK in Kraft getreten ist. Ebenfalls konnte mit der Fa. Waymark die vertragliche Vereinbarung getroffen werden, um die Erfassung der Populationsdaten auf elektronischem Wege (Software) durchzuführen. Die ermittelten Daten werden an das Informations- und Koordinationszentrum für Biologische Vielfalt der BLE übergeben und in die „Zentrale Dokumentation tiergenetischer Ressourcen in Deutschland“ (TGRDEU) übernommen. Die erforderlichen Informationen und Schulungen der Datenbeauftragten der einzelnen Landesverbände wurden durchgeführt, so dass die Daten für das Zuchtjahr 2007 fristgerecht an die BLE übergeben werden können. Den Züchterinnen und Züchtern, den Vereinen, den Kreisverbänden und Bezirksverbänden sowie den Landesverbänden mit dem ZDRK als Dachverband kommt mit diesem Projekt eine in die Zukunft weisende und für die Rassekaninchenzucht in Deutschland bedeutende Rolle zu. Darum ist eine umfassende, konsequente und gewissenhafte Datenerfassung von allen Organisationseinheiten des ZDRK durchzuführen und unumgänglich. Die beiden vorausgegangen Erfassungen 2004 und 2006 haben gezeigt, wie wichtig diese Populationsdaten für die Gesamtbeurteilung der Rassekaninchenzucht innerhalb unseres großen ZDRK ist und welche Aussage- und Beurteilungskraft sich für die Rassen und Farbenschläge daraus entwickeln lässt. Ich danke allen, die mit Energie und Tatkraft getragen von der inneren positiven Überzeugung an diesem bedeutenden bundesweiten Projekt für unseren ZDRK mitarbeiten und sich dieser Aufgabe stellen. Ich bin überzeugt, dass sich mit der Erfassung für das Zuchtjahr 2008 die praktische Arbeit an der Sache noch reibungsloser abwickeln lässt, weil eine gewisse Übung vorausgegangen ist und weil die Erkenntnis der Populationszahlen das Blickfeld für unsere Rassekaninchenzucht im ZDRK sich erheblich verbreitert und öffnet. Der Aufgabensektor der Forschung an der „Darmlähmung bei Kaninchen“ ist in vielfältiger Weise fortgesetzt worden. Hierzu sind Informationen durch das Präsidium des ZDRK herausgegeben worden. Darüber hinaus sind umfangreiche Veröffentlichungen im Fachorgan erschienen. Der einzeln Züchter ist auch gefordert, sich dieser Hinweise, Mitteilungen und Ratschläge zu eigen zu machen sowohl in züchterischen, genetischen und fütterungstechnischen Erfordernissen ja sogar Notwendigkeiten. Dabei kommt den züchterfreundschaftlichen Begegnungen und Austausch -das Miteinander- eine immer größere Rolle zu. Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Gewissenhaftigkeit sind elementare Grundsätze und Voraussetzungen der Züchterschaft im ZDRK. Daran erinnere ich und appelliere an alle. Die Rassekaninchenzucht ist ein Beitrag eines jeden einzelnen Mitgliedes im ZDRK zum Natur-, Tier- und Umweltschutz. Dessen sollten sich alle Züchterinnen, Züchter, Jungzüchterinnen und Jungzüchter 365 Tage im Jahr bewusst sein und dieses praktisch umsetzen. Dass dieses geschieht, beweisen die Berichte über die hervorragenden Stallanlagen und die damit verbundenen Erfolge in der Population, in der Aufzucht, in der Vererbung und schließlich als i-Tüpfelchen die Ausstellungen im ganzen Land. Gerade bei dem Herantreten in die Öffentlichkeit im Rahmen von Ausstellungen erfordert es der Zeitgeist, das die Vereine und Vereinigungen mehr aufeinander zugehen, damit die Öffentlichkeit weiterhin die Attraktivität und das „Schaufenster“ der Rassekaninchen- und Rassekleintierzucht, den werbenden Charakter der Ausstellungen wahrnimmt und besucht. Die Ausstellungen der einzelnen Organisationseinheiten, ob Verein, Kreisverband, Bezirksverband, Landesverband und Zentralverband sowie die Clubschauen sind immer wieder ein Spiegel des Zuchtstandes der 99 Rassen und deren 396 Farben im äußeren Erscheinungsbild. Sie dokumentieren die Arbeit der Züchterinnen und Züchter, Jungzüchterinnen und Jungzüchter sowie der Mitglieder der Handarbeits- und Kreativgruppen der einzelnen Organisationen innerhalb des ZDRK und präsentieren hervorragend aufgebaute und ausgestattete Schauen der Rassekaninchenzucht der Öffentlichkeit. Stellvertretend sei allen Landesverbänden an dieser Stelle gedankt, mit welch großem Engagement und Herzblut sie auf Landesverbandsausstellungen mustergültig und repräsentativ ihre Arbeit der Öffentlichkeit darstellen. Es ist eine Freude für den Besucher als Beschauer aus der Öffentlichkeit und als Züchter sowie als Aussteller, wie sich unsere Landesverbände auf ihren Ausstellungen in Szene setzen und sich jeder Verband auf seine Art mannigfaltig öffentlich wirksam präsentiert. Die in der Schmuckstadt Pforzheim vom Landesverband Baden ausgerichtete Bundestagung 2008 des ZDRK war umfangreich und voller interessanter Begebenheiten, Inhalte und Informationen in den Fachtagungen, den Versammlungen der Gremien und der Kommunikation untereinander. Es waren gleich vier Landesverbände vertreten, in denen an der Spitze der Organisationsleitung neue 1. Vorsitzende gewählt wurden. Diese sind Petra Geick, LV Schleswig-Holstein, Detlef Knopf, LV Bremen, Michael Rockstroh, LV Sachsen und Uwe Becher, LV Thüringen. Auch stand im Rahmen der Jahreshauptversammlung die Wahl des Präsidenten des ZDRK und des Referenten für Schulung und Zuchtwesen im ZDRK an. Beide Amtsinhaber haben sich vorab bereiterklärt sich für diese Aufgabe zur Wahl zu stellen. Die jeweils einstimmige Wiederwahl durch das höchste Gremium unseres ZDRK war ein Vertrauensbeweis in die Arbeit der beiden Präsidiumsmitglieder in den vergangenen vier Jahren. Ich bedanke mich, auch im Namen des Zfr. Bernhard Große, dafür. Wir stehen weiterhin für eine vertrauensvolle, dem Wohle des ZDRK mit allen seinen Mitgliedern ausgerichtete Arbeit aufgeschlossen und voller Passion. Die Standard-Fachkommission hat einen Berg von Eingaben, Vorschlägen und Anträgen jährlich fortwährend und andauernd zu bearbeiten und zu erledigen. Das macht sie gern und ist mit großem Elan dabei. Nur, das dieses Gremium von sich aus auch innovative Zíelsetzungen angehen möchte sind leider Illusionen. Letztendlich bleibt es zurzeit dabei, nur Dinge abzuarbeiten und ggfs. Lücken zu schließen. Das wird die Kommission auch im kommenden Jahr bewerkstelligen, sofern die Vorschläge etc. den vorgegebenen Weg über die Standardkommissionen der Landesverbände nehmen. Ich weise auf diese Vorgehensweise nochmals ausdrücklich hin, weil Wünsche einzelner nicht von uns angenommen und bearbeitet werden, im Sinne der Züchtergemeinschaft des ZDRK. Grundsätzlich bitte ich zu beachten, dass im Standard zu den Rassen und Farben in den einzelnen Positionen Anforderungsprofile beschrieben sind, die das Zuchtziel im äußeren Erscheinungsbild kennzeichnen. Immer wenn sich Abweichungen von diesen Anforderungsprofilen ergeben sprechen wir von leichten und schweren Fehlern. Mehr und mehr kommt die Meinung auf, dass alle nur erdenklichen Fehler schwarz auf weiß definiert und dargestellt sein sollten. Der Standard ist ein Werk, das sich mit dem Zeitgeist und für die Erfassung der Zuchtziele entwickelt hat. Dazu sind die Anforderungsprofile der Rassen und Farben aufgestellt worden und sind zielgerichtet durch züchterisches Können und züchterischen Fleiß anzustreben. Das braucht Zeit, Ausdauer und züchterische Gemeinschaft. In der Tierzucht waren und sind zeitlebens Fortschritte und Rückschläge in Einklang zu bringen und stehen ständig in Wechselwirkung zueinander. Lassen Sie sich dabei nicht entmutigen, liebe Züchterfreunde, denn der Umgang mit der lebendigen Kreatur ist diesen Gesetzmäßigkeiten und den naturellen Gegebenheiten unterworfen. Nur planmäßiges Züchten und züchterpartnerschaftliches Miteinander bei der Bearbeitung und Züchtung der jeweiligen Rasse gehören mit zur Grundlage der Zucht von Rassekaninchen, wie es auch bei vielen anderen Tierarten der Fall ist. Freuen wir uns wieder auf das neue Jahr 2009 mit allen seinen planerischen aber unvorhersehbaren Gegebenheiten. So ist das Zuchtjahr des Rassekaninchenzüchters immer wechselvoll und ereignisreich mit vielen Facetten versehen. Wichtig dabei ist, dass alle Informationen und Änderungen, die sich im Laufe eines Jahres ergeben, über die lineare Schiene unserer Verbandsorganisation die Vereinigungen und Vereine erreichen und von dort aus an die Mitglieder herangetragen werden und gelangen. Bei allen Beschlüssen und Informationen berücksichtigen Sie bitte, dass eine große Meinungsvielfalt aufeinander abgestimmt und abgeglichen werden muss, damit alle im großen ZDRK damit zurecht kommen und leben können. Das gilt auch z.B. für den Zuchtjahrbeginn 01. Oktober bzw. 01. November –Tätowierungsbeginn- des neuen Zuchtjahres. Jeder Züchter kann für sich individuell bestimmen, wann er mit der Zucht beginnen will. Niemand wird dazu gezwungen. Keinem Züchter ist vorgeschrieben, wann er mit der Zucht beginnt, jedoch kann er die beiden Monate des vorherigen Kalenderjahres (den möglichen Launen der Natur im Sinne von Paarungswilligkeit nutzen) ohne Einschränkung züchterisch und mit Chancengleichheit bei den Ausstellungen des neuen Zuchtjahres nutzen –wenn er es für sich für erachtenswert hält. Ob nun viele oder wenige diese Öffnung für die Zucht nutzen, bleibt jedem Züchterfreund selbst überlassen –ich meine, ein Stück Freizügigkeit und Selbstentscheidungskompetenz ist damit gegeben. Dabei wird die Jungtierbewertung für den Ausstellungsmonat September eine Sache der Entscheidungsfindung in den Gremien sein. Schauen wir aber nicht nur ins neue Zuchtjahr, sondern auch auf die Ereignisse und zentralen Höhepunkte des Jahres 2009. Die Bundes-Rammlerschau in Kassel, die Arbeitstagung des Präsidiums und des Erweiterten Präsidiums im Frühjahr im LV Hamburg, die Bundestagung in Templin im LV Berlin-Mark Brandenburg und die 29. Bundes-Kaninchenschau im LV Baden sind zentrale Höhepunkte im Laufe des Jahres für den ZDRK. Ereignisreich werden aber auch die Vereinschauen, Kreis-, Bezirks- und Landesschauen, sowie die Clubschauen und die Europaschau in Nitra (Slowakei) sein. Das alles ist aber nur möglich, wenn Sie sich als Züchter 365 Tage im Jahr unermüdlich, konsequent und mit großer Energie ihrer Rassekaninchenzucht widmen. Wenn Versammlungen, Tierbesprechungen, Schulungen, züchterischer Meinungs- und Erfahrungsaustausch sowie züchterische Weiterbildung übers Jahr in den Organisationsteilen unseres Zentralverbandes stattfinden. Dabei ist das schönste Wertgefühl die gepflegte züchterische Freundschaft untereinander. Dort wo Rassekaninchenzucht nach den vorgegebenen Empfehlungen der im ZDRK anerkannten Literatur stattfindet, kann es den Behörden und politischen Vertretern nicht schwer fallen, Bebauungspläne von Wohngebieten zu verabschieden in denen Rassekaninchenhaltung möglich ist. Ihnen und euch, sehr geehrte Mitgliederinnen und Mitglieder des ZDRK mit Ihren Familien, den Freunden und Förderern der Rassekaninchenzucht gilt mein Dank für das was im Jahr 2008 der deutschen Rassekaninchenzucht wohlgefallen war und entgegengebracht wurde, verbunden mit den Wünschen für frohe und gesegnete Weihnachten sowie ein friedvolles und glückliches Jahr 2009. Denn: „Rassekaninchenzucht ist Freude an den Tieren und sich Wohlfühlen in der Züchtergemeinschaft des ZDRK!“
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